Markant, reduziert und in eine andere Welt versetzt – Sicherlich hat der eine oder andere von Ihnen schon einmal davon gehört oder hat Gefallen daran gefunden, ein paar typische Stilelemente davon in seinem Zuhause mit aufzunehmen. Die Rede ist vom Industrial Style, der seit mittlerweile mehreren Jahren Einzug in viele Häuser hält und ein nicht enden werdender Trend zu sein scheint.

 

Woher kommt der Stil und was macht ihn so beliebt?

Orientierung bietet das unverkennbare Flair älterer Lagerhallen und Werkstätten: Verrußte Atmosphäre, hart schuftende Arbeiter, unverputzte Wände und viel Metall. Die Ursprünge liegen ganz klar im Zeitalter der frühen Industrialisierung. Die Ansprüche zu dieser Zeit waren noch ganz andere, und auch wenn es damals nicht immer einfach war, war man mit deutlich weniger zufrieden. Das Streben nach unendlicher Perfektion und die sich immer schneller drehende digitalisierte Welt, in der wir heute leben, überfordern uns zunehmend. Und das macht den Industrie-Look so besonders – er konzentriert sich aufs Wesentliche und scheint uns das Gefühl zu geben, die Uhren langsamer ticken zu lassen und uns kurzzeitig zurückziehen zu können von der reizüberfluteten Außen- und zunehmend virtuellen 24/7-Arbeitswelt.

Individualität und rohe Materialien geben dem Stil den letzten Schliff. Während heute vieles nur noch aus Holzfurnier gefertigt wird und das Möbelhaus um die Ecke eher Mainstream-Waren für Sie bereithält, sind raue Einrichtungen aus Massivholz, Metall, Stahl, Eisen, altem Leder und festen Stoffen das, was das Herz eines Industrial-Liebhabers höherschlagen lässt. Dabei müssen die Gegenstände nicht neu sein, sondern können, um noch authentischeren Fabrikhallen-Charme zu versprühen, tatsächlich Originaleinrichtung von Werkstätten sein. Vielleicht sogar mit der ein oder anderen Macke, abblätternder Farbe oder einem Rostfleck. Das ästhetische Credo des Industrial Style lautet: Nur Ecken und Kanten lassen Unikate entstehen.

 

Was sind typische Gestaltungselemente?

Loftcharakter: Räume, die mehrere Bereiche vereinen und offen verlaufen, sind ein typisches Merkmal dieses Looks. Vor allem in großen und hohen Räumen kommt dieses Flair auf. Möchten Sie kleinere Räume in den Stil einhüllen, müssen Sie vermehrt auf eine dezente Einrichtung mit klaren Linien setzen.

Roh, Rau und Robust: Diese Eigenschaften gehören unbedingt dazu. Mithilfe von unverputzten Wänden, sichtbaren Rohrsystemen und Stahlkonstruktionen, Betonböden und massiven Treppen ziehen diese in Ihr Zuhause ein.

Funktionale und einzigartige Möbel: Wie schon angedeutet, setzt dieser Stil weniger auf Schnickschnack als mehr auf Reduzierung. Zudem werden alte Einrichtungsgegenstände gerne wiederverwertet und erhalten einen neuen Zweck, was sie damit sehr individuell und besonders macht. Die Trittleiter wird zum Regal, alte Spinde zu Schränken und Lebensmittelkisten dienen als neuer Couchtisch.

Gedeckte, erdige Töne und einzelne Farbhighlights: Ihnen kommt bestimmt das typische Mausgrau in den Kopf. Und damit liegen Sie nicht ganz verkehrt. Verschiedenste Grautöne, helle bis dunkle Brauntöne, gedecktes Orange und Rostrot sowie dezente pastellige Farben verleihen diesem Stil seinen Charakter. Als Highlight dienen Feuermelder-Rot oder kräftiges Industrie-Grün.

Deko und Accessoires in geringem Umfang: Auch hier zeigt sich die minimalistische Ausrichtung wieder. Setzen Sie auf wenige, dafür umso sehenswertere Elemente. Gardinenstangen aus Kupferrohren, einen schweren Teppich auf dem Betonboden und vereinzelte Glühbirnen, die nackt am Kabel von der Decke baumeln. Auch ein altes Blechschild sorgt als Wanddekoration für den besonderen Charme.

 

Zuletzt muss man noch dazu sagen, dass Industrial Style zu vielen anderen Trends passt und sich wunderbar kombinieren lässt. Versuchen Sie es doch mal mit einer Mischung aus obigen Gestaltungselementen, gepaart mit anderen Vintage-Accessoires, geometrischen Formen und Mustern, einem individuellen Farb- und Materialmix oder skandinavischer Gemütlichkeit.

 

Quellen:
www.houzz.de
www.homify.de
www.schoener-wohnen.de

Bildquelle: istock.com | runna10

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Sofia Maiß

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