Wohin, wenn es draußen Hunde und Katzen regnet? Natürlich ins Haus, wo es warm und gemütlich ist. Genauso machen es die Menschen in Großbritannien. Und die müssen es ja schließlich am besten wissen, immerhin regnet es dort, zumindest den Klischees zufolge, das ganze Jahr über Bindfäden. Kein Gerücht ist auf jeden Fall, dass die Briten ein Faible und ein Händchen fürs Wohnliche haben. Wir haben für Sie den British Chic unter die Lupe genommen und die Essentials der britischen Einrichtungsphilosophie festgehalten.

 

Typisch britisch: Der Kamin

Richtig typisch fürs britische Interior ist natürlich der obligatorische Kamin. Er ist Quell der Wärme und gleichzeitig Mittelpunkt der jahreszeitlichen Deko-Lust. Familienporträts in silbernen Rahmen, Kerzen oder Nippes aus Porzellan – hier findet alles seinen Platz. Da, zumindest in Deutschland, nur die wenigstens über einen offenen Kamin verfügen, holt man sich das britische Flair mit anderen Elementen ins Haus. Dazu gehören natürlich erstmal die Grundpfeiler eines jeden Einrichtungskonzepts: Die Möbel.

 

Epochenübergreifend

Hierbei spielen weder Stil noch Epoche die entscheidende Rolle, vielmehr wird Wert auf Möbel mit Geschichte gelegt und natürlich sollten sie aus Holz sein. Glücklich also, wer auf einen großen Fundus aus familiären Erbstücken zurückgreifen kann. Aber auch Flohmarktschätze oder Stücke vom Antiquitätenhändler eigenen sich als Grundlage fürs Inselflair im Eigenheim. Gebrauchsspuren und kleinere Makel sorgen für eine stilvolle Patina bei den Vintage-Schätzen. Allzu große Schäden sollten allerdings aufgearbeitet werden, denn verkeilte Schubladen oder dreibeinige Sessel sind niemals gemütlich.

 

Möbelklassiker

Zwei echte britische Möbelklassiker, die man wohl all over the World kennt, sind die Ohrensessel „Winchester“ und die Chesterfield-Sitzmöbel. Diese Classics sind aber nicht nur bei Liebhabern des britischen Wohnens beliebt, sondern auch in weniger „plüschigen“ Heimen vertreten. Weniger bekannt, aber umso praktischer sind Fußbänke oder Hocker, die gemeinsam mit Sessel oder Sofa ein perfektes Duo sind.

 

Blumen, Karos und der Union Jack

Der zweite Baustein britischer Behaglichkeit ist ein gelungener Farb-Mix aus verschiedenen Mustern und Farben, der sich in Sofas und Vorhängen mit Blumen-oder Karomuster, Kissen in Streifenoptik oder mit dem Union Jack verziert und Plaids mit Paisley-Muster niederschlägt. Zurückhaltung ist hier nicht notwendig, eine üppige Farb- und Musterflut ist erlaubt, oftmals gewünscht. Um aber trotzdem eine gewisse Stimmigkeit zu erzeugen, sollte man Neonfarben, Stoffe mit Leo- oder Tigerprint sowie allzu graphische Muster meiden. Die richtigen Fans des britischen Einrichtungsstils setzen dem heimischen Wohnzimmer die Krone auf und tapezieren die Wände mit karierten, gestreiften oder blumigen Tapeten.

 

Weich, warm und kuschelig

„Ohne Plaid – ohne mich“ – Okay, zugegeben dieses Bonmot gibt es meines Wissens nach nicht. Angesichts der Flut an Kissen und Decken in britischen Heimen aber höchst verwunderlich. Denn sie sind eine der wichtigsten Zutaten im Potpourri des britischen Stils. Auch hier gilt: Too much gibt es nicht. Und besonders an kalten Abenden ist es schön, sich in dicke Kissen zu kuscheln und mit einem warmen Plaid zuzudecken.

 

A laugh a day keeps the doctor away

Kaum einer anderen Kultur wird so viel schwarzer Humor nachgesagt wie den Inselbewohnern. Und auch beim Wohnen lieben sie Skurriles, Nippes zum Schmunzeln und kuriosen Kitsch, der die Minimalisten unter uns erschaudern lässt. Oft gesehene Beispiele sind die „Winkequeen“, Gobelin-Kissen mit Mops- oder „Plum-Pudding“-Motiv, herrlich bunte Weihnachtsbaumanhänger und Rotkehlchen oder andere Tiere aus Porzellan.

 

Die Royals im Wohnzimmer

Insbesondere wenn es um die Royal Family geht, kann es nicht kitschig genug sein. Das Angebot reicht von den obligatorischen Tassen über Puzzles bis hin zu royalen Geschirrtüchern. Doch sicherlich wäre der britische Stil nicht so beliebt, wenn zu diesem oft bunten Sammelsurium nicht Bilderrahmen, Kerzenständer oder Blumenschalen aus Silber kombiniert werden würden. Sie bringen einen Anflug von Aristokratie ins Haus und verleihen jedem Raum einen angenehmen, eleganten und „adeligen“ Touch. Nur polieren muss man das Silber wohl doch selbst.

 

Britisches Flair

Zugegeben, der typische britische Wohngeschmack ist überladen und eigenwillig. Und auch den treuesten Fans der Insel reichen oft ein paar Tage in einem typischen Bed & Breakfast um ihre Sehnsucht nach britischer Gemütlichkeit zu stillen. Aber man muss ja auch nicht gleich das volle Programm umsetzen, um ein wenig britisches Flair nach Flensburg oder Garmisch zu bringen. Dazu gehören ganz sicher die gut riechenden Seifen und Raumdüfte, feiner Tee oder die spannenden Bücher von Agatha Christie.

 

Und nun zu Ihnen: Was halten Sie vom britischen Einrichtungsstil?

 

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