Ein kurzer Anflug von Wehmut kommt auf, wenn draußen die Blätter bunt werden und die feinen Kaschmirpullover mit den luftigen Tops den Platz im Kleiderschrank tauschen, denn es steht der Herbst vor der Tür. Vorbei ist es nun mit lauen Sommerabenden im Freien und leckeren Eisbechern im Straßencafé. Aber wirklich nur ganz kurz, denn dann kommen Bilder von gemütlichen Stunden mit Kerzen, kuscheligen Decken, selbstgebackenen Keksen und viel Gemütlichkeit auf. Und dazu eine Kanne mit heißem, köstlich duftendem Tee.

 

Schwarztee. Heiß geliebt

Kein anderes Getränk ist in der kalten Jahreszeit so beliebt wie Tee. Er ist ein wahres Allroundtalent: Er wärmt von Innen, verströmt einen feinen Duft, deckt den Flüssigkeitsbedarf, hat keine bis wenig Kalorien und viele Sorten punkten mit zusätzlichen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen wie Flavonoide. Und natürlich ist die Auswahl schier unendlich. Besonders beliebt ist bei vielen der klassische Schwarztee, den es von fein über kräftig bis hin zum aromatisierten Earl Grey gibt. Wir haben uns mal ein wenig bei den Liebhabern von Schwarztee ungesehen und geben einen kleinen Einblick in die dortige Teekultur:

 

Kein Tag ohne Tee

Sahne, Kluntjes (grober weißer Kandis) und ein Stövchen gehören neben einem kräftigen Schwarztee (Ostfriesenmischung), passendem Teegeschirr und einer guten Portion Ruhe zur ostfriesischen Kultur wie der Leuchtturm und der Friesennerz. Für die Ostfriesen ist das Teetrinken wichtiger Bestandteil ihres Lebens und kulturellen Selbstverständnisses. Sie pflegen ihre Teekultur auch im Alltag und so wird Besuch, egal ob er nur kurz vorbeischaut oder länger verweilt, immer zu einer Tasse Tee eingeladen.

 

Liebe zum Detail

Doch der Tee wird nicht irgendwie zubereitet und auch nicht einfach nebenbei getrunken, sondern eine genaue Abfolge garantiert neben einem perfekt aufgebrühten Tee auch den typischen ostfriesischen Teegenuss. Eine Anleitung zum Aufbrühen und Trinken von Tee findet ihr hier (http://bit.ly/2y4ud7v) und hier (http://bit.ly/2xkmuE2).

 

My cup of tea

Vielleicht eine gewagte These, aber so ganz unrealistisch scheint sie nicht: Die britische Teekultur ist mindestens so bekannt wie die Queen. Aber zumindest für Großbritannienbesucher, Touristen, Fans von britischen Krimis und Liebhaber der britischen Lebensart ist die britische Teekultur keine Unbekannte. Zu omnipräsent ist das Heißgetränk im Alltag. Denn eine Tasse heißen Tees kann immer getrunken werden, egal ob am frühen Morgen, in den Pausen oder zu einer Mahlzeit. Bei offiziellen Anlässen ist jedoch die „Tee-Etikette“( http://bit.ly/2jnfvFd)  zu beachten.

 

Leckere Begleiter

Und auch bei der Frage, ob zuerst die Milch oder der Tee in die Tasse gegossen wird, gibt es (zumindest bei den Briten) kein richtig oder falsch. Als beliebter Begleiter zum Tee werden oftmals Scones gereicht. Und dazu sahnige Clotted Cream, fruchtiges Lemon Curd oder ganz schlicht und einfach Butter und Erdbeermarmelade. Wer es lieber herzhaft mag, greift zu Schinken oder Käse, dann sollten die Scones natürlich nur wenig bis gar nicht gesüßt sein.

 

Tee entdecken

Natürlich ist der Schwarztee auch in vielen anderen Ländern und Regionen ein beliebtes Getränk und je intensiver man sich mit dem Thema Tee beschäftigt, umso interessanter Einblicke in die verschiedenen Teekulturen herhält man. Wussten Sie zum Beispiel, dass in Russland Schwarztee gerne mit Konfitüre gesüßt wird? Für Teetrinker lohnt es sich auf jeden Fall mal den Blick über die Teetasse zu heben und zu schauen, auf welche vielfältige Art und Weise Tee getrunken wird. Vielleicht bekommen Sie Lust, anstatt zur nächsten Kaffeetafel einzuladen, ihre Gäste zur Tea-Time zu bitten. Oder Sie lassen sich inspirieren und entwickeln ihr ganz eigenes Teeritual und trinken Ihren Tee zum Beispiel mit Clotted Cream und Kandis.

 

Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Ostfriesische_Teekultur
de.wikipedia.org/wiki/Britische_Teekultur