Unsere Interviewreihe geht weiter und dieses Mal sind wir mit Heiko Müller, Architekt bei Bien-Zenker, im Gespräch. In dieser Funktion hat er unter anderem die neusten Musterhäuser in Mannheim und Günzburg geplant. Hier plaudert er mit uns ein wenig aus seinem „architektonischen Nähkästchen“.

Name: Heiko Müller

Alter: 41 Jahre
Beruf: Dipl. Ing. Architektur
Ausbildung: Lehre als Bauzeichner, Fachabitur Design und Gestaltung, Studium in Frankfurt

Aktuelles Projekt: Aktuell arbeite ich an unseren neuen Musterhäusern. Parallel dazu bin ich in ein super spannendes Projekt mit einem tollen Partner involviert. Mehr darf ich jedoch dazu leider noch nicht sagen.

Motto: Um ganz ehrlich zu sein, ein Lebensmotto oder so was Ähnliches habe ich nicht. Das ist mir oft zu dogmatisch und statisch. Ich passe mich lieber den ständigen Veränderungen, die das Leben mit sich bringt, an. Aber ich lege großen Wert darauf, dass ich bei Menschen die mir wichtig sind, positive „Spuren“ hinterlasse.

  1. Die Musterhäuser sind die Aushängeschilder vieler Unternehmen. So haben auch die Musterhäuser von Bien-Zenker eine fantastische Architektur und sind echte Besuchermagnete. Blickt man sich in den Neubaugebieten um, fallen die Häuser eine Nummer kleiner aus. Passt das zusammen?

Natürlich passt das zusammen. Unsere Musterhäuser sollen unsere Kunden inspirieren, von der Qualität unserer Häuser überzeugen und ihnen zeigen was alles möglich ist. In den Musterhäusern sehen unsere Kunden was möglich ist und sie picken sich dann heraus was ihnen am besten gefällt. Meine Erfahrung ist, dass viele Kunden den Fokus auf einen oder zwei bestimmte Aspekte in ihrem neuen Zuhause legen. So ist manchem eine besonders luxuriöse Küche wichtig, andere wiederum möchten einen großen Wohnraum mit Zugang zur Terrasse. Und all das findet man in den Neubaugebieten.

 

  1. Architektenhäuser sind individuell und perfekt auf seine Bewohner zugeschnitten und Fertighäuser sind Häuser von der Stange: Wie stehen Sie dazu?

Ich mag den Begriff Fertighäuser für unsere Häuser eigentlich nicht so sehr. Zum einen weil es eigentlich nur die Produktionsweise beschreibt und nicht das was Bien-Zenker-Häuser so besonders macht. Zu anderen können auch Häuser aus Stein und oder Beton können Fertighäuser sein. Ich sehe unsere Häuser eher als Holzhäuser mit Gipswerkstoffplatten. Denn nicht Fertigbau- sondern die Holzbauweise schafft ein angenehmes Raumklima.

Von der Stange wird bei uns fast nicht mehr produziert, maximal 10 Prozent unserer Kunden entscheiden sich für ein Haus, wie sie es im Katalog gesehen haben. Einige kommen mit einem Hausentwurf zu uns, den sie gemeinsam mit einem Architekten entwickelt haben. Aber die meisten unserer Bauherren individualisieren einen Entwurf von uns. Und hier ist der Gestaltungsraum fast unendlich: Dank Wohnraumerweiterung, Design-Paketen, Dachvarianten und Architektur-Accessoires kann sich jeder sein ganz persönliches Traumhaus designen.

 

  1. Beschreiben Sie doch mal, wie der Entwurf eines Hauses abläuft?

Egal, ob es sich um ein Muster- oder ein Kundenhaus handelt, der Entwurf für ein Haus baut immer auf drei Komponenten auf: Zum einen steckt hinter jedem Haus ein Konzept und zum anderen spielen auch die typografischen Gegebenheiten wie Hanglage, Nachbarbauten usw. eine Rolle. Mit Konzept eines Hauses meine ich, dass jedes Haus seine eigene Entstehungsgeschichte hat, die durch die Bauherren geprägt ist. Ebenso prägend für den Entwurf eines Hauses sind die Wünsche und der finanzielle Rahmen der zukünftigen Hausbewohner.  Ist der Entwurf des Hauses gemacht, werden erste Skizzen erstellt und sobald das Raumprogramm festgelegt ist, geht es in die Fassadenplanung. Und um für nicht so geübte Augen die Entwürfe lebendig werden zu lassen, haben wir hier im Haus die Möglichkeit, die Entwürfe als 3-D-Modell zu zeichnen.

 

  1. Der Weg zum Traumhaus ist oftmals nicht leicht. Welche Tipps haben Sie für unsere Leser?

Puh, das ist echt eine kniffelige Frage. Denn so einen ultimativen Geheimtipp habe ich leider nicht, dazu sind die Wünsche und Vorstellungen doch zu unterschiedlich. Meinen Freunden empfehle ich immer, sich bei den Stilrichtungen auf eine möglichst klare Linie festzulegen und sich an das alte Sprichwort „Weniger ist mehr“ zu halten. Das gilt sowohl für die Innenräume als auch die äußere Optik eines Hauses. Ein Haus mit klaren Linien und ohne wilden Material- und Farbenmix wirkt besser und ist zeitlos.

 

  1. Als gelernter Architekt sind Sie nicht nur für eine schöne Optik zuständig, auch handfeste Fakten wie Dämmung, Effizienzklassen und Haustechnik sind für ein gelungenes Ergebnis wichtig. Auf was sollen Bauherren besonders achten?

Ich sag`s mal so: Mit einem Haus von uns machen Sie nichts falsch. So erreichen Sie mit dem Standardaufbau unserer Wand bereits die Effizienzklasse 70. Mit einer etwas dickeren Dämmung und der entsprechenden Wahl der Haustechnik, kann die Effizienzklasse ganz einfach weiter erhöht werden. Gerne informieren wir unsere Bauherren über die unterschiedlichen Effizienzklassen und welche Vorteile diese mit sich bringen. Die Haustechnik ist so eine Sache, in der die Auswahl groß ist und jedes System seine Vor-und Nachteile hat. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es leider nicht. Aber es gibt viele ausklügelte Systeme, die nachhaltig die Energieversorgung im Haus sichern, dabei auf Öl und Gas verzichten und für den Kunden auch noch einen Komfortgewinn bedeuten. Bestes Beispiel ist unsere Wohlfühl-Klima-Heizung. Sie heizt, kühlt, lüftet und erwärmt das Wasser und das alles ohne hohe Energiekosten.

 

  1. Gibt es ein Haus oder einen Entwurf, den Sie besonders gelungen finden?

Es fällt mir echt schwer, mich auf ein bestimmtes Haus festzulegen. Jedes Haus hat seine Besonderheiten und beim Planen bin ich immer mit vollem Herzen dabei. Aber das Musterhaus „Günzburg“ hat auf jeden Fall einen sehr hohen Stellenwert. Hier wurden viele Besonderheiten umgesetzt, auf die ich sehr viel Wert gelegt habe und schon lange verwirklichen wollte.

Musterhaus Günzburg Concept-M Nachhaltigkeit

 

  1. Welcher Architektur-Stil gefällt Ihnen besonders?

Wir wurden bereits in unserer Ausbildung darauf getrimmt, dass Architektur nichts mit gutem oder schlechten Geschmack zu tun hat. Jeder Stil hat seine Merkmale und charakteristischen Elemente. Wenn ein Haus in sich stimmig und harmonisch ist und auch mit den Details eine runde Sache ergibt, dann ist für mich ein Projekt gelungen, unabhängig in welchem architektonischen Stil es gestaltet ist.

 
  1. Und zu guter Letzt, zwei etwas privatere Fragen: Wie wohnen Sie und was schätzen Sie an Ihren eigenen vier Wänden besonders?

Ich wohne in einem Haus, das auf einem kleinen, steilen Grundstück am Waldrand gebaut ist. Bedingt durch die Lage und durch die Tatsache, dass es glücklicherweise nur zu einer Seite einen Nachbar gibt, genieße ich jeden Tag einen einzigartigen unverbauten Blick ins Kinzigtal. Und natürlich wohne ich in einem „Bien-Zenker Haus“, das ich selbst geplant habe.

 

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