Wellness zuhause? Was bis vor wenigen Jahren nur für die wenigsten vorstellbar war, zaubert vielen heute ein wohliges Lächeln auf die Lippen. Denn es ist wenig übrig geblieben von den dunklen, oft lieblosen Badezimmern, die bis vor ein paar Jahren in deutschen Haushalten üblich waren. Aus den „Stiefkindern“ des Hauses sind wahre Wellness-Oasen geworden. Hell, gut gelüftet, angenehm temperiert und hochwertig ausgestattet sind Badezimmer wahre Wohlfühlräume geworden, die mit den ungemütlichen Nasszellen von damals nur noch wenig gemein haben.

Doch kleine Bauplätze und der Wunsch nach großzügigen „Lebensräumen“ wie Küche, Wohn- und Esszimmer, wirft bei vielen Bauherren die Frage auf, ob ein großes Badezimmer mit Dusche und Badewanne wirklich nötig ist. Unsere klare Antwort: Wellness daheim geht auch ohne Wanne. Klar, für alle, die heiße Schaumbäder lieben und regelmäßig in die Wanne steigen, ist keine Badewanne keine Option. Für alle anderen gilt: Duschen ist das neue Baden. Denn es gibt gute Gründe für die Alleinherrschaft der Dusche im Badezimmer:

  • Hand auf Herz:Duschen ist praktischer, geht schneller und spart ordentlich an Zeit und oft auch Wasser. Und dank den (fast ebenerdigen) Einstiegen der modernen Duschen ist Ausgleiten und hängenbleiben fast unmöglich. So übersteht man die morgendliche Rush-Hour im Bad unverletzt und auch fürs Alter ist man gut gerüstet.
  • Optimal genutzter Platz: Duschen, es gibt sie in allen Variationen, von der großen gemauerten Duschschnecke bis hin zur kleinen Über-Eck-Dusche, fügen sich optimal in alle Platzverhältnisse und Grundrisse ein.
  • Wellness-Duschen: Regendusche, Schwallauslauf, Massagedüsen oben und unten, Farbreflexe, Armaturen mit Ablagefläche, Lautsprecher, Nebeldüsen und Wasserfallsimulation und noch viele weitere Extras machen aus modernen Duschen wahre Wellness-Tempel.

Ich persönlich kann die obige Liste noch um einen weiteren, aber natürlich sehr subjektiven Punkt ergänzen: Ich schaff es nie, nie, zu baden, ohne das halbe Bad unter Wasser zu setzen. Konkret bedeutet das für mich, erstmal Bodenwischen, wenn ich aus der Wanne steige, obwohl ich nur noch Lust darauf habe, mich auf das Sofa oder ins Bett zu kuscheln. Daher gehe ich lieber regelmäßig in die Sauna oder in Thermalbäder und entspanne dort.

Doch nicht nur die Wellness-Duschen machen ein kleines Bad einladend, es gibt auch noch weitere „Stellschrauben“ an denen man drehen kann. Hier unsere besten Tipps und Tricks:

  • Das ist, im wahrsten Wortsinn, ziemlich einleuchtend: Ohne ausreichend Licht geht es nicht. Am besten ist natürlich eine Kombination aus Tageslicht und strategisch gut platzierten Lampen. Oberlichter nach außen oder nach innen und Fensterbänder ergänzen oder ersetzen regulär platzierte Fenster und sparen somit Platz. Auch wenn das Bad noch so klein ist, eine mittig an der Decke angebrachte Hängeleuchte schafft es nicht, das Bad ausreichend zu erleuchten. Besondern beim Rasieren und Schminken nervt es, wenn nur eine trübe Funzel im Nacken den Spiegel und das Gesicht beleuchte. Abhilfe schaffen zum Beispiel Lampen, die natürliches Tageslicht simulieren und bei „Echtlicht“ zeigen, ob der Eyeliner verwackelt ist.
  • Auch ein weiterer Klassiker aus der Sammlung mit den weisen Sprüchen trifft bei kleinen Bädern zu: „Ordnung ist das halbe Leben“. Nichts macht einen Raum unruhiger als wahllos herumstehende Wäschekörbe oder wahllos am Waschtisch platzierte Tuben und Tiegel. Doch wohin mit Handtüchern, Föhn, Nagellack, und allem was sonst noch so gebraucht wird? Natürlich kann man Handtücher und Co. auch ins Schlafzimmer oder den Flur auslagern, doch es bleibt immer noch viel Krimskrams zum Verstauen übrig. Hier eignen sich Körbe, Zwischenablagen zum Einhängen in den Schrankunterböden oder Nischen, in denen man etwas ablegen kann. Mein ultimativer Lieblingstipp in puncto Ordnung ist folgender: So wenig wie möglich auf den Boden stellen/legen, denn nichts schaut mehr nach Chaos aus, als auf dem Boden liegende Kleider. Und muss man zum Boden saugen und wischen erstmal drei Wäschekörbe, zwei Vorleger und anderes Gedöns nach draußen räumen, ist die Lust zum Saubermachen schon fast wieder verflogen.
  • Es gibt wohl kein Badezimmer ohne Spiegel. Warum dann nicht ein wenig übertreiben und eine ganze Front verspiegeln oder in ein großes Exemplar investieren? Spiegel „öffnen“ den Raum und verhindern ein beengtes Gefühl.
  • Einheitliches Farbkonzept: Auch, wenn es schwerfällt, bei all der Auswahl an wunderschönen Fliesen, Badtextilien und -accessoires, in kleinen Bädern ist weniger mal wieder mehr. Das bedeutet nicht automatisch nur noch graue Handtücher und weiße Fliesen. Klar sind klassische Fliesenfarben wie weiß oder hellgrau sicher nicht verkehrt und man kann diese je nach Lust und aktuellen Trends mit bunten Akzenten „pimpen“. Aber auch kräftige Farben können in ein kleines Bad passen, wenn man darauf achtet, den Raum ansonsten nicht mit Farbe zu überlasten. Egal für was man sich entscheidet, ein bunter Mix aus verschiedenen Hand- und Badetüchern lässt eher an die Liegewiese im Freibad denken, als an entspannte Minuten im heimischen Bad. Daher einfach immer einen Komplettsatz für alle Badnutzer kaufen.
  • Es gibt so viele nützliche und gleichzeitig schöne Entwicklungen im Sanitärbereich, die auch für kleine Badezimmer super geeignet sind. Ein schönes Beispiel sind Spiegel hinter denen die Heizung angebracht ist. Quasi zwei Fliegen mit einer Klappe…

Und jetzt ist Ihre Meinung gefragt: Was halten Sie von kleinen Bädern? Praktisch oder einfach nur undenkbar? Und haben Sie Tipps um Badezimmer mit kleiner Grundfläche effizient zu nutzen, Ordnung zu halten und dabei noch wunderschön aussehen zulassen?

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